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Das Mädchen und die Spinne

Trailer

Spielfilm von Ramon Zürcher und Silvan Zürcher, mit Henriette Confurius (Mara), Liliane Amuat (Lisa), Ursina Lardi (Astrid), Flurin Giger (Jan) u.a.

Schweiz 2021, DCP, D, 98’, ab 12 J.

Lisa zieht aus ihrer WG aus, Mara bleibt dort zurück. In der Phase des Umbruchs, in der Altes zurückgelassen wird, damit Neues Platz findet, setzen sich unberechenbare Energien frei. Die vibrierende Spannung in den vier Wänden gestaltet die zwei eingefangenen Zügeltage mit einer Nacht dazwischen zu einem Nervenspiel. Während Kisten transportiert, Wände geweisst und Schränke aufgebaut werden, tun sich Abgründe auf und lassen Sehnsüchte den Raum anschwellen. Das Schauspielerensemble rund um Henriette Confurius – mit Liliane Amuat, Ursina Lardi – begeistert mit grossem Spiel und leisen Tönen. Ein tragikomischer Katastrophenfilm und eine poetische Ballade über Veränderung und Vergänglichkeit. 

Wie beim Erstlingswerk «Das merkwürdige Kätzchen», in dem es um eine in Zwängen erstarrte Familie ging, nehmen die beiden Regisseure auch bei «Das Mädchen und die Spinne» eine vertraute, alltägliche Szenerie zum Ausgangspunkt des Films. Diesmal ist es ein Umzug. Lisas Umzug löst einen Reigen über die Sehnsucht nach Verschmelzung und den Schmerz von Trennung und Einsamkeit aus. Die Prinzipien von Nähe und Distanz manifestieren sich dabei nicht nur zwischen Mara und Lisa, sondern durchziehen den gesamten Film – eine Dynamik, die nie zur Ruhe kommt. Die Figuren wandeln wie Getriebene ihres Begehrens durch einen fragilen Kosmos, in dem Momente der Verletzung genauso schnell passieren können wie Momente der Zuneigung und Intimität. 

«Das Mädchen und die Spinne» wurde an der Berlinale in der Sektion «Encounters» mit dem Preis für die Beste Regie und dem Fipresci-Preis für den Besten Film ausgezeichnet. Jurybegründung: «Die beeindruckende Ausführung einer rigorosen Inszenierung, welche die Mehrdeutigkeit jeder Figur mit Anmut, Humor sowie Raffinesse unterstützt und letztlich die Komplexität menschlicher Beziehungen umfasst.» 

Mo, 10. Mai, 20.15 Uhr: Nach dem Film Gespräch mit Ramon und Silvan Zürcher (Regie), moderiert von Gabriel Crucitti (Journalist).

Das Mädchen und die Spinne
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