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A Fool There Was

Stummfilm von Frank Powell, mit mit Theda Bara, Mabel Frenyear

USA 1915, 67', Digital SD, sw, OV mit deutschen Zwischentiteln

Vor exakt 100 Jahren erblickte die Figur des weiblichen Vamps mit tödlicher Verführungskraft das Licht der Welt bzw. das Licht des auf die Leinwand gerichteten Projektors. Von Hollywood als östliche Exotin vermarktet gelang Theda Bara alias Arab Death und zugleich der Vampfigur mit «A Fool There Was» der grosse Durchbruch. Der weibliche Vamp stellt nicht zuletzt eine männliche Projektion der sich emanzipierenden Frau des frühen 20. Jahrhunderts dar, einer über hypnotische und sexuelle Macht verfügenden Femme Fatale, die jeden Mann zum Narren macht und ihm gleich einem Vampir die Lebensgeister aussaugt. In den Filmen ist das Bild des Vampirs lediglich eine Metapher, die in Scharen dem Untergang und schliesslich Tod geweihten Männer sind es nicht.

Die Stummfilme der Vamp-Reihe werden von zwei Charakterköpfen vertont, die erstmals an der Art Basel Hong Kong zusammengefunden haben. Von Haus aus klassischer Pianist und Cellist hat sich Dadaglobal bereits in jungen Jahren intensiv mit elektronischer Musik auseinandergesetzt und versteht wie wenig andere, diese unterschiedlichen Einflüsse feinfühlig ineinander zu verweben. Der Saxophonist und Gitarrist Steve Buchanan wiederum ist Vollblut-Jazzer, der zudem ein elektronisches Instrument spielt, das ihn zum musizierenden Stepptänzer und stepptanzenden Musiker in einem macht.

Live vertont durch Dadaglobal (Elektronik) & Steve Buchanan (Saxophon, Gitarre, Elektronik), organisiert vom Institut für incohärente Cinematographie IOIC.
Einführung in den Film von Tereza Fischer (Chefredaktorin Filmbulletin).      

Ausführlicher Text im Filmbulletin 6/2015.

A Fool There Was