Dokufiktion von Dea Gjinovci
CH 2025, DCP, OV/d/f, 75’, ab 16 Jahren
Die Filmemacherin Dea Gjinovci kehrt mit ihrem Vater Asllan Gjinovci, der seit 60 Jahren im Exil in Genf lebt, in sein Heimatdorf Makërmal im Kosovo zurück. Zusammen mit den Dorfbewohner:innen stellen sie auf einer Freilichtbühne Ereignisse aus der Vergangenheit nach, um vom Krieg verschüttete Erinnerungen wiederzubeleben und Verlust und Trauma zu verarbeiten. Im tief bewegenden semifiktionalen Dokumentarfilm erschliessen schmerzhafte Enthüllungen und heitere Reminiszenzen Leerstellen in der Familiengeschichte.
«Man schliesst die Menschen in Makërmal sofort ins Herz – auch den Esel, der das Treiben aus der Distanz beobachtet. Er sieht, wie sich ein Mann, der sich hartnäckig und teils unbewusst gegen die Konfrontation mit den Erlebnissen seiner Vergangenheit und seinen Schuldgefühlen gewehrt hat, immer mehr öffnet – und wie sein ganzes Dorf ihn dabei unterstützt. (…) Die Geschichte Asllans nimmt einen mit in ein Wechselbad der Gefühle. In seinem Tanz mit der Erinnerung durchleben auch die Zuschauenden den nostalgischen Schmerz, die Pein der Selbstverachtung und die Wärme der Versöhnung. Es ist ein starker und schöner Film – mindestens so stark und schön wie der Esel, der das Treiben aus der Distanz beobachtet und keinen Wank macht.» (Tom von Arx, outnow.ch, 3.10.25)
Di, 12. Mai, 20.15 Uhr: im Anschluss an den Film Regiegespräch mit Dea Gjinovci, moderiert von Julius Schmidt (Kino Cameo).
